November 19

Erlebt

Ach November, wo fange ich an? Vielleicht mit dem ungefilterten, umperfekten Gefühl, das mich zu Beginn des Monats begleitet hat. Die Zeitumstellung und die Tatsache, dass es früher dunkel wurde, hat mich doch ganz schön runtergezogen. Mir fehlte Energie und ich vermisste zuhause, meine Freunde, meine Familie. Es gab schöne Momente, die ich nicht miterleben konnte und schwere Momente, in denen ich sie so gerne umarmen wollte. Dazu kam dann noch, das mit den Kids nicht alles glatt lief, da sie nach dem Urlaub wieder mehr auf Mama fixiert waren. Dafür kann ich zwar nichts, aber trotzdem war es frustrierend und hat meiner Stimmung nicht geholfen. Aber das ganze hat sich nach ner Weile auch wieder gelegt und generell fühle ich mich einfach immer noch mega wohl hier. Vor allem diesen Monat habe ich von einigen Au Pairs gehört, denen es in der Familie nicht gut ging. Da war ich umso glücklicher, dass ich so eine tolle Familie gefunden habe.

Das mit dem bisschen Heimweh legte sich auch schnell, da ich ein Wochenende nach Hause flog, um eine liebe Freundin von mir zum Geburtstag zu überraschen. Es war so schön sie zu umarmen und ein kurze, aber wertvolle Zeit mit ihr und ihrer Familie zu verbringen. Genauso toll war es natürlich auch meine Familie zu sehen und ein bisschen Zeit zuhause zu verbringen. Die Tatsache, dass sich alles verändert und das Leben dort weitergeht, hat mich total überrascht, obwohl das selbstverständlich ist. Aber es ist einfach komisch einen „Keine Werbung bitte“ Aufkleber am Briefkasten zu sehen, wenn da 18 Jahre lang keiner war.

Auch sonst habe ich diesen Monat trotz der niedrigen Temperaturen viele schöne Sachen unternommen, fast immer mit anderen tollen Au Pairs. Ich war im Imperial War Museum und in der Wallace Collection – eine Kunstsammlung in einem Londoner Townhouse. Der Besuch lohnt sich schon alleine des wunderschönen Hauses wegen! Aber dazu an anderer Stelle nochmal mehr, nach dem Jahr möchte ich einen großen London Guide verfassen. Außerdem war ich auf einem ganz wunderbarem Konzert von Jason Pennycooke, auf dem Borough Market und bin durch Notting Hill geschlendert. Guter Kaffee und gute Gespräche immer als roter Faden dabei. Und gegen Ende des Monats habe ich Vanillekipferl gebacken. Das und die wunderschöne Deko überall hat mich richtig in Weihnachtsstimmung gebracht. Die weihnachtlichen Bilder hebe ich mir aber für den Dezember Rückblick auf.

Mitte des Monats war mir gar nicht nach Weihnachten, mir fehlten die Traditionen von zuhause, meine Familie. Aber dann war eine Freundin von mir in London und wir hatten ein wundervolles Wochenende zusammen. Wir waren in Camden, in Shoreditch und natürlich im Zentrum rund um Oxford Street und Covent Garden. Dadurch dass sie da war, hat es sich ein bisschen nach Zuhause und ein bisschen nach Urlaub angefühlt, das war ganz schön. Plötzlich war ich wie von selbst in Weihnachtsstimmung. Am Samstag haben wir das Musical „Waitress“ gesehen, ohne einen Plan von den Liedern oder dem Plot zu haben. Wir hatten keine hohen Erwartungen und wer hätte es gedacht, am Ende waren wir emotional komplett am Ende. Es war so lustig und traurig und die Musik war wirklich gut. Nachts um drei sind dann zufälligerweise Karten für „Six“ freigeworden, da haben wir sofort zugeschlagen. Wir beide wollten das Stück unbedingt sehen und hatten es schon fast aufgegeben. Es war so unerwartet, dass wir plötzlich Karten gekriegt haben und einfach toll, das wir das Musical gemeinsam sehen konnten. Ich habe die Zeit und die interessanten, sowie emotionalen Gespräche, die wir hatten, sehr genossen.

Gelesen

The Vanity Fair Diaries – ist die Biografie von Tina Brown, eine Britin die in den 80ern die Chefredakteurin von Vanity Fair war. Biografien lese ich nicht so oft und in dieser ist mir das Namedropping zum Beispiel ein bisschen zu viel, weil ich mich mit den Journalisten der 80ern halt nicht so auskenne. Aber das Buch an sich gefällt mir trotzdem sehr und lässt sich gut lesen, da es immer Tagebucheinträge sind, mal kürzer, mal länger. Es ist total interessant zu sehen, was ihr Ansatz für das Magazin ist oder wonach sie geht, wenn sie Leute einstellt oder feuert. Kein Must-Read, aber vielleicht etwas für euch, wenn ihr euch für Journalismus interessiert.

Gehört

Krystal – ist die neue EP von Matt Maltese (von dem ich auch sehr empfehlen kann) und sie lief bei mir rauf und runter. Ruhig, schön, leicht. Und sonst füg ich euch hier mal meine Playlist von diesem Monat ein, falls ihr reinhören wollt.

Getragen

Als ich zuhause war habe ich in meinem Kleiderschrank einen schönen Cordblazer entdeckt. Meine Mama hatte ihn aussortiert und bei mir reingehängt, falls ich ihn haben wollte. Ich hatte tatsächlich schon länger einen Cordblazer haben wollen, das Timing war also perfekt. Er sitzt toll und ist super bequem, danke Mama!

Es war ein kalter und gleichzeitig ganz warmer Monat. Jetzt haben wir schon Dezember, worüber ich mich total freue. Ich hoffe ihr genießt die Vorweihnachtszeit! Wertschätzt es wenn ihr sie mit euren Lieben verbringen könnt. Und wenn nicht dann macht ihr sie euch hoffentlich trotzdem auf andere Weise schön. Vielen Dank fürs Lesen!

xx anna

Oktober ’19

Erlebt

Der Oktober war so lang – im positiven Sinne! Einen Monat nach meinem Abflug habe ich bereits meine Familie wiedergesehen, da die schon länger eine Englandrundreise geplant hatten. Am ersten Abend haben sie bei uns zuhause (nur zwei Monate und schon rede ich von mir und meiner Gastfamilie als „wir“ und von dem Haus als mein „Zuhause“) dinner gegessen. Es hat mich total gefreut, ihnen zu zeigen, wo ich wohne und dass sie sich gut mit meiner Gastfamilie verstanden haben. Diese war so lieb und hat mir freigegeben, so konnte ich über das Wochenende mit meiner Familie nach Liverpool fahren. Es war super schön meine Eltern und meinen Bruder wiederzusehen. Vorher hab ich mich gefragt, ob wir wohl anders miteinander umgehen werden und ob ich mich in den Wochen wohl schon verändert hätte, aber alles war genauso wie immer. Jeder Blick, jeder Streit, jeder Witz. Das Wetter in Liverpool war nicht umwerfend, aber besser als erwartet und es war schön mal eine andere, neue, kleinere Stadt zu erkunden. Während meine Familie die Woche weiter Urlaub machte, fuhr ich Sonntagabend nach hause, schließlich musste ich arbeiten.

Der Alltag hat sich mittlerweile echt gut eingependelt und mit meiner Gasteltern und den Kindern verstehe ich mich immer noch super. Auch die Sprachschule läuft gut, wir bereiten uns auf das Cambridge Exam vor. Bei den Probeexams habe ich gemerkt, dass ich ehrgeizig sein kann, wenn mir etwas wirklich Spaß macht und mir wichtig ist. Das war eine schöne Erkenntnis, da ich das Gefühl in den letzten Monaten etwas vergessen hatte.

Mitte Oktober begann dann der half term, also fuhr meine Gastfamilie für anderthalb Wochen in den Urlaub. In der Zeit hatte ich frei und blieb in London. Ich bin fast täglich in die Innenstadt gefahren und habe die Stadt alleine und mit anderen Au Pairs erkundet. Ich habe mit einer Millionen Menschen gegen den Brexit demonstriert. Ich habe ausgeschlafen, Museen besucht, Kaffee getrunken, Musicals gesehen. Es war super schön, die Stadt in Ruhe zu genießen und sich nicht zu stressen, alles in kurzer Zeit zu sehen wie im Urlaub.

Was mich außerdem super freut, sind die ganzen unterschiedlichen, tollen Outfits, die ich hier täglich sehe. Es gibt einem so schön kreativen Input. Und es inspiriert ganz anders als Bilder auf Instagram oder Pinterest. Nichts ist inszeniert oder kursiert, sondern ich sehe die Menschen so, wie sie leben, wie sie sich bewegen, wie sie gucken.

Gesehen (Musical Edition)

Hamilton – habe ich mit meiner Familie gesehen und es war einfach fantastisch! Habe gleich am Anfang geweint, weil mich die Kraft der Musik so mitgerissen hat. Es ist mir ein Rätsel, wie man so tolle Musik schreiben kann.

Fame – ist eines meiner liebsten Musicals deshalb habe ich mich ganz doll gefreut, dass ich ein paar Wochen vorher Tickets für die Derniere gekauft hatte. Es war faszinierend zu sehen wie viel die Darsteller in einem Stück ausmachen – meine Lieblingslieder und -charaktere haben mir nicht so gut gefallen, dafür waren andere Personen und die Lieder, die ich immer überspringe diesmal der Hammer!

Falsettos – Ich kannte das Musical ein bisschen aus Social Media (Zeilen wie „He’s a queen, I’m a queen, where is my crown? I’m breaking down“ oder den Anfang des Stückes: „Four jews in a room bitching“) und habe mich an dem Tag spontan entschieden, es zu sehen, da es reduzierte Karten gab. Also habe ich mich den Tag über etwas reingehört und fand es echt gut und witzig. Allerdings habe ich nur den ersten Akt gehört und hatte keine Ahnung was im zweiten passiert. Spoiler alert – ich habe so viel geweint! Trotzdem ein tolles Stück!

Everybody’s talking about Jamie – Endlich mal ein Stück bei dem ich nicht weinen musste! Es hat einfach unglaublichen Spaß gemacht.

Gelesen

Validate Me von Charly Cox – Ein wunderschöner Gedichtband, der diesen Monat rausgekommen ist und den ich gleich verschlungen habe. Lustig, traurig, ehrlich.

Das war er, der etwas späte Oktober Rückblick. Ich hoffe euch hat der kleine Einblick in mein Leben gefallen, vielleicht hört ihr ja mal in eins der Musicals rein oder schaut euch Charly Coxs Poetry auf Instagram an. Vielen Dank fürs Lesen!

xx anna

Muss nur noch kurz die Welt retten

In der zweiten Staffel von ‚Big Little Lies‘ bekommt ein kleines Mädchen eine Panikattacke, als sie im Unterricht über den Klimawandel lernt. Egal wie gut ich ‚Lady Bird‘ oder ‚Druck‘ fand, nichts konnte ich so gut nachempfinden wie diese Szene. Sie beschreibt unsere Zeit perfekt.

Der Klimawandel ist real und ja, er ist gruselig. (Hätte ich den Beitrag an Halloween hochladen sollen?) Er ist nicht reversibel, aber wir können zumindest das Ausmaß verringern, indem wir jetzt handeln. Jeder einzelne von uns.

Da draußen brauchen sie mich jetzt

Die Situation wird unterschätzt

Und vielleicht hängt unser Leben davon ab

Das kann einen ganz schön fertigmachen, haben wir ja bei „Big Little Lies“ gesehen. Was mir hilft sind Blogger und Influencer, die das Thema Nachhaltigkeit aktiv thematisieren – im Rahmen von Veganismus, Second-Hand Mode oder Zero-Waste Ideen. Das inspiriert und motiviert. Allerdings habe ich mich auch schon dabei ertappt, wie ich einigen wieder entfolgt bin. Warum? Ich habe ein schlechtes Gewissen gekriegt. Ich esse Fleisch, ich kaufe nicht nur vintage und ich habe schon einige Langstreckenflüge hinter mir. Aber letztendlich brauchen wir ein schlechtes Gewissen auch, um endlich etwas zu verändern. Ganz nach dem Motto „Your comfort zone will kill you“ (Deine Komfortzone wird dich umbringen).

Die Zeit läuft mir davon zu warten

Wäre eine Schande für die ganze Weltbevölkerung

Ich muss jetzt los sonst gibt’s die große Katastrophe

Merkst du nicht, dass wir in Not sind?

Der Duck den ich verspürt habe, alles richtig zu machen, hat dafür gesorgt, dass ich mich dem Thema gegenüber verschlossen habe. Ich dachte, wenn ich eh nichts richtig mache, hilft es auch nicht, wenn ich jetzt auf meinen Coffee to go verzichte. Ich hatte das Gefühl mich selbst zu belügen, wenn ich einen Tag second hand einkaufte und am nächsten ins Flugzeug stieg. Meine Wertesystem und ich waren verwirrt.

Dann habe ich gemerkt, dass ich nicht falscher hätte legen können.

Ja, es gibt viele Dinge, die ich falsch mache. Aber da sind auch viele Bereiche, in denen ich mich richtig verhalte oder aktiv dabei bin, mein Verhalten zu verändern. Das mache ich, indem ich zum Beispiel festes Shampoo und festen Conditioner benutze. Diese halten lange und man vermeidet die Plastikverpackung. Oder indem ich wiederverwendbare Abschminkpads statt Abschminktüchern benutze. Wasserflasche und To-Go-Becher selber mitnehme. Hafermilch statt Kuhmilch trinke, weil es mir in dem Bereich super einfach fällt, auf pflanzliche Ernährung umzustellen. Es geht um diese kleinen aber wichtige Veränderungen.

Ich versuche mehr Second-Hand Kleidung zu kaufen und insgesamt weniger Kleidung an sich. Gucke ich in meinen Kleiderschrank sind da nur ein paar Teile, die aus Vintageläden stammen. Aber viele meiner liebsten Kleiderstücke sind alte Teile von Mama, Papa und Omi oder aussortierte von meinen Freundinnen. Mal die Eltern nach alten Klamotten zu fragen, kann zu so tollen Funden führen und noch dazu freuen sie sich darüber, dass ihre Kleidung nochmal getragen wird.

Jeder kleine Schritt hilft und wenn man erst einmal anfängt, werden es mit der Zeit immer mehr werden. Der Alltag wird nach und nach nachhaltiger.

Zum Schluss möchte ich euch noch ein paar von den Bloggern und Influencern empfehlen, die ich am Anfang erwähnt habe. Sehr gerne mag ich Marie Luise Ritter (ich verlinke mal ihr Instagram @luiseliebt und ihren Blog), die in ihren Stories sehr ehrlich und angenehm darüber redet, wie sie ihren Alltag nachhaltiger gestaltet oder wie sie sich damit fühlt gerade nach New York geflogen zu sein. Marie Nasemann schreibt auf fairknallt.de über nachhaltige Mode und teilt auf ihrem persönlichem Instagram @marienasemann viele Tipps für den Alltag – wenn sie sich Sushi holt, bringt sie zum Beispiel ihre eigenen Boxen dafür mit. Madeleine Daria Alizadeh (@dariadaria) war mal Modebloggerin und hat mittlerweile eine eigene nachhaltige Modemarke und macht den tollen Podcast ‚a mindful mess‘. Bei Louisa Dellert (@louisadellert) geht es toll um Klimaschutzpolitik. Und zum Abschluss noch Celine (@greyisthenewcolorful) und Isabelle (@its_isa_belle & @isadrinkscoffee), die auf Instagram sowie auf ihren Blogs toll Secondhand Mode und Achtsamkeit thematisieren.

So genug von meinen Problemen, Lösungen und Empfehlungen geschrieben, jetzt möchte ich von euch hören! Wie fühlt ihr euch mit dem Klimawandel – besorgt, überfordert, entspannt? Was sind eure Tipps für mehr Nachhaltigkeit? Und habt ihr noch mehr Influencer und Blogger, die die ihr empfehlen könnt? Ich freu mich auf eure Kommentare (dafür muss man auch keinen Account oder so haben, einfach in das Feld dort tippen).

xx anna

September ’19

Erlebt

Es ist Sonntagabend, der erste Sonntag im Oktober und das heißt, eigentlich wollte ich heute den September Rückblick hochladen. Bis jetzt habe ich mich mir aber noch nicht die Zeit genommen, diesen zu schreiben. Jetzt sitze ich im Zug von Liverpool nach London, habe Zeit und fange endlich an zu schreiben. Es ist viel passiert.

Eigentlich sollte ich am 1. September nach London fliegen, um mein Jahr als Au Pair zu beginnen. Der Flug wurde gecancelt, das war nervig – viel nerviger war aber der damit einhergehende „emotional delay“. Am nächsten Tag habe ich mich dann von meiner Familie verabschiedet und bin nach Heathrow geflogen, wo mich meine Gastfamilie abgeholt hat. Ich werd hier nicht zu viel über sie preisgeben, nur dass sie drei Kinder haben, zwei Mädchen und einen kleineren Jungen. Die Kinder haben sich total über meine Ankunft gefreut, das war schön. Noch mehr über meinen Abschied von zu Hause und meine Ankunft in London findet ihr in diesem Beitrag.

Dieser Monat war im Grunde die Phase des Ankommens. Ich habe ein Bankkonto eröffnet und kenne mich jetzt mit den Bussen und Zügen, die ich nehme aus. Mittlerweile weiß ich, wo was in der Küche hingehört und um wie viel Uhr die Schule an den verschiedenen Tagen endet. Mitte des Monats hat die Sprachschule angefangen, gefällt mir bis jetzt sehr gut. Und durch meine Organisation habe ich schon viele andere Au Pairs kennengelernt, das ist echt super.

Mein Kopf ist voll mit unglaublich vielen neuen Eindrücken, Namen und Erinnerungen. Ich habe das Gefühl, der Rückblick wird total wirr, da ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. Dabei ist das schon der vierte Absatz. Also erzähle ich jetzt mal ein bisschen wie ich meine Wochenenden verbracht habe. Die ersten zwei Wochen war das Wetter so gut, es hat gar nicht geregnet! Das wurde ausgenutzt und wir haben in einer großen Gruppe im Hyde Park gepicknickt. Dazu kommt das Schlendern über den Brick Lane Market und eine Southwark Tour. Sehr gefreut habe ich mich, als ich meine Freundin vom Schulaustausch besucht habe. Es ist so schön, dass wir es geschafft haben, in Kontakt zu bleiben. Das Wetter wurde schlechter und es folgten Besuche des Buckingham Palace, des Foreign & Commonwealth Office und des V&A Museums. Und ein Tagestrip nach Brighton hat mir mal wieder gezeigt, wie sehr ich das Meer liebe. 

Nun aber zum viel präsenteren Teil meines Au Pair Daseins: Das Arbeiten und Zusammenleben mit meiner Gastfamilie. Ich habe mich seit dem ersten Abend in deren Haus wohlgefühlt. Mit der Mutter verstehe ich mich total gut, das ist schön. Und auch mit dem Vater, der öfter mal auf Geschäftsreisen ist, komme ich super klar. Sie geben mir wirklich das Gefühl, das ich Teil der Familie bin und nicht nur Arbeitskraft. Jeden Abend bedankt sich die Mum für meine Hilfe, das ist süß. Die Mädchen haben am Anfang natürlich die Grenzen ausgetestet und waren überrascht, dass ich etwas strenger war, als ihr vorheriges Au Pair. So habe ich aber auf jeden Fall ihren Respekt, denn weicher werde ich jetzt eh schon. Der Kleine hängt manchmal noch sehr an “Mommy“, in anderen Momenten fühlt er sich aber schon super wohl mit mir. Es ist so schön, wie ungefiltert seine Emotionen noch sind. Wenn er sich freut, kreischt er glücklich und einem geht das Herz auf.

Gehört

if life was a cliché romcom/teen movie – ist der Titel meiner Playlist und eigentlich spricht er schon für sich. Manchmal braucht man einfach eine gute Portion 2000er Songs. Und eben Lieder, die in den schön kitschigen Filmen der 90er und 2000er vorkommen. 

Maisie Peters – Eine tolle Singersongwriterin, die ich diesen Monat für mich entdeckt habe. Ihre wunderschönen Heartbreak-Lieder waren mein Soundtrack für sämtliche späte Fahrten nachhause. Am meisten mag ich This Is On You, Best I‘ll Ever Sing und Favourite Ex.

Die Schaulustigen – Ist ein Podcast vom Zeit Magazin, in dem Sophie Passmann und Matthias Kalle über alle möglichen Serien reden, von Fernsehen bis On-Demand ist alles dabei. Meistens habe ich die Serien, die sie besprechen, nicht geschaut, aber es macht einfach Spaß, den beiden zuzuhören. Sie regen sich mehr auf, als dass sie etwas empfehlen und ich liebe den Humor der beiden. Außerdem lieben sie Brooklyn 99, somit haben sie mich sofort für sich gewonnen.

Der Zug fährt gerade in den Bahnhof in London ein, der Monatsrückblick ist fertig geschrieben. Zuhause füge ich dann gleich noch ein paar Bilder ein und dann lade ich ihn hoch. Jetzt seid ihr dran: Wie war euer September so? Was habt ihr erlebt und gehört? Ich hoffe er war genau so schön wie meiner und wünsche ich alles gute für den Oktober. Genießt den Herbst!

xx anna

Das beste Buch des Sommers

anders ausgedrückt: das beste Buch, was ich diesen Sommer gelesen habe

Es gibt Bücher, die beende ich und würde sie am liebsten sofort als Film sehen. Und es gibt Bücher, bei denen ich mir wünsche, dass sie nie verfilmt werden. Die Bücher, denen ein Film nie gerecht werden könnte, weil der Stil, die Formulierungen so genau, so perfekt sind. Genau so ein Buch ist „Normal People“ von Sally Rooney.

Vorneweg: Das Buch gibt es bis jetzt nur auf englisch. Deswegen war ich mir nicht sicher, ob ich es hier empfehlen will. Sophie Passmann hat das ganz gut ausgedrückt: „und ich ungern englischsprachige Bücher empfehle, weil ich es snobby finde, davon auszugehen, dass jeder und jede einfach mal casual auf englisch Bücher liest.“ (Ignorieren wir mal das denglisch des Kommentars.) Aber dieses Buch hat mich so umgehauen, dass ich einfach darüber schreiben musste. Und Rooney’s Debütroman „Gespräche mit Freunden“ gibt es seit ein paar Wochen auch auf deutsch, deshalb bin ich zuversichtlich, dass auch „Normal People“ bald übersetzt wird.

Tatsächlich habe ich „Conversations with Friends“ als erstes gelesen. Ich könnte jetzt intellektuell behaupten, dass das daran liegt, dass ich Bücher von Autoren und Autorinnen gerne in chronologischer Reihenfolge lese. Der eigentliche Grund war aber, dass ich das Cover im Buchladen einfach schöner fand. Schon bei dem ersten Roman fand ich Rooneys Schreibstil erfrischend anders, direkt und interessant. Das zweite Buch kaufte ich dann, während ich mit dem anderen erst halb durch war. Ich wusste, dass ich es lesen wollen würde, wenn ich mit dem ersten fertig war.

Aber worum geht es eigentlich? Im Folgenden habe ich mal den Klappentext für euch übersetzt:

Connell und Marianne wachsen in der gleichen Kleinstadt im Westen Irlands auf, aber dort enden die Gemeinsamkeiten. In der Schule ist Connell beliebt, während Marianne eine Einzelgängerin ist. Aber als die beiden ein Gespräch beginnen – peinlich aber elektrisierend – beginnt etwas lebensveränderndes.

„Normal People“ ist eine Geschichte über gegenseitige Faszination, Freundschaft und Liebe. Es führt uns von diesem ersten Gespräch bis in die Jahre danach, in Begleitung zweier Menschen, die versuchen voneinander entfernt zu bleiben, aber herausfinden, dass sie es nicht können.

Es klingt ein bisschen wie ein kitschiger Young Adult Roman, aber das ist es definitiv nicht, es ist so viel mehr und ganz anders! Der Guardian hat es als zukünftigen Klassiker beschrieben. Das mag übertrieben klingen, ich kann es aber irgendwie nachvollziehen. Man begleitet Connell und Marianne durch die Jahre und sieht wie sich die Beziehung und die Dynamik zwischen beiden immer wieder verändert und doch gleich bleibt. Das Ganze fängt Rooney mit einem besonderen, präzisen Schreibstil ein. Es sind die Details und das Unausgesprochene, die Gedanken der beiden Protagonisten, die für das Buch so bedeutend sind.

Ich kann euch das Buch wirklich sehr ans Herz legen! Was war denn euer liebstes Buch diesen Sommer?

xx anna

Die letzten zwei Wochen zuhause

Montag, in 13 Tagen fliege ich nach London und werde dort ein Jahr als Au Pair leben – Alle fragen mich, ob ich aufgeregt bin. Bin ich nicht. Ich freue mich einfach total darauf, etwas Neues zu erleben, frei zu sein und Englisch zu reden. Die Entscheidung ein Jahr ins Ausland zu gehen, hat mich nie Überwindung gekostet. Ich wusste schon seit Ewigkeiten, dass ich nach dem Abi einfach erstmal weg will. Raus in die Welt. Deshalb habe ich mich im Kopf schon so lange darauf vorbereitet und gefreut, dass ich jetzt gar keine Angst habe. Die Aufregung kommt bestimmt noch. Aber alles was bald passiert, fühlt sich so richtig an.

Dienstag, noch 12 Tage – Im Buchladen suche ich nach Romanen, die in London spielen. Stattdessen finde ich ein Buch namens ‚Londoners‘. Es ist ein Porträt von 80 Londonern, zum Beispiel der Frau, die die Ansagen in der Underground macht. Gemeinsam mit einem Roman, der in der Nähe von Chicago spielt, nehme ich es mit. Ich weiß nicht, ob ich es jetzt schon lesen will oder darauf warte, dass ich in London bin. Ich mag es nicht angefangene Bücher mitzunehmen, wenn ich reise, das Gewicht lohnt sich nicht.

Mittwoch, noch 11 Tage – Mit einer Freundin singe ich ‚For Good‘ aus ‚Wicked‘. Sie ist Elphaba, ich Glinda (oder Gaarrlidna). Das Lied ist eines der schönsten Lieder überhaupt und ich habe immer gehofft, es mal mit ihr zu singen. Es hat mich sehr glücklich gemacht.

Freitag, noch 9 Tage – Mama realisiert langsam, dass ich wirklich bald weg bin. Es sind Kleinigkeiten, die sie bemerkt. Wie dass wir bald nicht mehr nebeneinander in der Küche hantieren und herumtanzen werden. Oder dass ich an meinem Geburtstag nicht zuhause sein werde. Traurig darüber, dass ich gehe, werde ich nur, wenn meine Eltern ab und zu sagen, dass sie traurig sein werden.

Samstag, noch 8 Tage – Verbringe einen wunderschönen Abend mit meinen Theatermädels. Schöne Gespräche, leckeres Essen und Karaoke. Bin sehr dankbar so tolle Menschen zu kennen. Sekt und Rhabarberschorle passt übrigens super zusammen und sieht mit Blaubeeren und Himbeeren drin sehr schön aus.

Sonntag, noch 7 Tage – Sehe die erste Szene aus dem Musical, das meine Freunde dieses Jahr im Theater spielen. Wehmütig, wenn ich darüber nachdenke. Aber wenn ich sie da auf der Bühne singen und spielen sehe, bin ich nur fasziniert, gespannt und habe Spaß. Heute ist Zeit für die ersten festen Umarmungen. Diese „Wir-sehen-uns-jetzt-ein-Jahr-nicht-ich-hab-dich-lieb“-Umarmungen. Dadurch wird das ganze langsam real.

Montag, noch 6 Tage – Wie schön es doch ist Leute zu finden, die ähnlich denken wie man selbst.

Dienstag, noch 5 Tage – Fange an meinen Koffer zu packen und das fühlt sich surreal an. Ich bin so gespannt wie mein Leben in London dann in echt aussehen wird.

Die Tage vergehen viel schneller als gedacht. Schreibe etwas weniger darüber, genieße einfach nur. Besorge Sachen, esse Sushi, trinke Wein und verabschiede mich immer und immer wieder.

Samstag, noch 1 Tag – Um 2 Uhr nachts umarme ich meine besten Freundinnen zum letzten Mal. Der Abend war so schön. Um 3 Uhr sitze ich mit meinen Eltern und meinem Bruder (von Freunden und von ner Party nach Hause gekommen) auf der Treppe und wir unterhalten uns. Das ist Familie.

Sonntag, Abflugtag – Irgendwie ein schöner Zufall, dass mein Reisetag der ist, an dem es auch immer zurück nach Hogwarts geht. Ich wache das letzte Mal im eigenen Bett zuhause auf. Dachte ich zumindest. Mein Flug wird gecancelt und ich fliege nicht. Das fühlt sich komisch an.

Montag, Abflugtag? – Die überraschende Zeit, die ich jetzt noch habe, nutze ich und gehe mit einer Freundin frühstücken. Richtig schön. Nachmittags geht es dann zum Flughafen, ich habe immer noch Angst, dass mein Flug wieder gecancelt wird. Ich verabschiede mich von meiner Familie und verdrücke ein paar Tränen. Wir reißen uns alle ganz gut zusammen, glaube ich. Der Flug fühlt sich unglaublich lang an, vermutlich wegen der Aufregung. Vor der Landung haben wir einen fantastischen Blick über die Stadt und ich bin fasziniert, wie gut ich die einzelnen Gebäude und Sehenswürdigkeiten erkennen kann. Spätestens bei der Burberry Werbung an den Gepäckbändern geht mir das Herz auf, weil ich realisiere, dass ich jetzt wirklich hier in London bin. Meine Familie holt mich ab und wir verstehen uns genau so gut wie bei den Skype-Gesprächen. Am Abend höre ich wie die beiden Mädchen im Zimmer neben mir reden. „I think she’s gonna be a good Au Pair.“ Mein Herz geht noch tausendmal mehr auf. Ich fühle mich einfach jetzt schon wohl.

xx anna

Hey Upper East Siders!

Gedanken zur ‚Gossip Girl‘ Fortsetzung

Holt die Haarreifen und schenkt euch Mimosas ein – ‚Gossip Girl‘ kommt zurück! Sieben Jahre nach dem Ende der sechsten Staffel wurde nun eine Fortsetzung angekündigt. Bevor ich euch meine Meinung dazu erzähle, erstmal die grundlegenden Infos, falls ihr noch nichts von der Sache mitbekommen habt. ‚Gossip Girl‘ lief von 2007 bis 2012 auf dem amerikanischen Sender The CW und dreht sich um die Leben der Jugendlichen der New Yorker Upper East Side. Diese werden fortwährend von der anonymen Bloggerin ‚Gossip Girl‘ kommentiert. Nun hat der Streamingdienst HBO Max (, der im Frühjahr 2020 online geht) offiziell angekündigt, dass eine ‚Gossip Girl‘-Fortsetzung produziert wird. Diese wird dann nur auf HBO Max erhältlich sein und wird wie das Original von Stephanie Savage, Josh Schwartz und Josh Safran produziert. Die Originalcharaktere werden nicht mehr im Mittelpunkt stehen, sondern es wird sich um eine neue Gruppe von Teenagern drehen. Schwartz hat außerdem bestätigt, dass die neuen Charaktere nicht auf den alten basieren und auch nicht mit ihnen verwandt sein werden. ‚Gossip Girl‘ war eine der ersten Serien, die ich geliebt habe und demnach habe ich einige Gedanken zu der Fortsetzung. die ihr im Folgenden lesen könnt.

Memes Soziale Netzwerke

Dass die Serie Soziale Netzwerke behandeln wird, ist ja wohl gegeben oder? Im Original ist ‚Gossip Girl‘ immerhin ein Blog. In welcher Form wird es jetzt wohl vorkommen? Am logischsten scheint mir derzeit eine Instagram-Seite, aber wir werden sehen. Außerdem bin ich gespannt inwiefern der Umgang der Protagonisten mit den Sozialen Netzwerken thematisiert wird. Das Thema ist riesig und bietet eine Menge Potenzial. Und ja, ich hoffe, dass sich zumindest irgendwer Memes zuschickt. Ich habe das Gefühl, diese sind ein zentraler Bestandteil von Instagram und so weiter, trotzdem sehe ich Memes fast nie in Serien oder Filmen. Aber vielleicht geht das auch nur mir so, keine Ahnung.

Politisch?

Liebe, Affären, Geld, Intrigen – eigentlich muss man sich keine Gedanken darüber machen, was für Themen die Fortsetzung behandeln wird. Im Original gab es zwar mal Nebenstränge über Wahlmanipulation und Affären mit Politikern, aber ‚Gossip Girl‘ war nie wirklich eine gesellschaftskritisch oder politisch. Trotzdem habe ich mich gefragt, ob die Serie vielleicht auf die politische Situation in den USA eingehen wird. Dass die Etern der alten sowie neuen Protagonisten Republikaner sind, ist schließlich gegeben. Und auch Ivanka Trump hatte schon ein Cameo in Staffel 4, lange bevor Donald Trump Präsident wurde. Aber vielleicht erfahren wir auch einfach nur, ob Nate Bürgermeister von New York wurde oder nicht.

Die Frage die sich bei einer ‚Gossip Girl‘-Fortsetzung aber eigentlich stellt: Reicht es im Jahr 2020 (oder wann auch immer die Serie erscheint) nur priviligierte Jugendliche in schöner Kleidung zu zeigen? Zumindest Themen wie Feminismus und Rassismus wird die Fortsetzung wohl kaum ignorieren können.

Sinnvolle Handlung?

Es wird um eine neue Gruppe von Jugendlichen an einer Privatschule gehen, so viel steht fest. Aber mehr wissen wir noch nicht über die Handlung. Ich bin mir gespannt was sich die Produzenten einfallen lassen, damit das ganze eben nicht zu einem schlechtem Remake wird, sondern eine eigene Geschichte erzählt. Und ganz ehrlich? Mir ist es sogar egal, ob das ganze Sinn macht. Denn wer ‚Gossip Girl‘ gesehen hat, weiß, dass auch das irgendwie zur der Serie dazugehört. Die Handlungsstränge sind (vor allem ab Staffel 3) oft unrealistisch, verwirrend und unlogisch. Insofern finde ich, dass auch eine unlogische Handlung, das Original gut fortsetzen würde. Und letzendlich habe ich eigentlich nur die Bitte: Versucht nicht eine neue Blair zu erschaffen – das geht nicht.

So jetzt habe ich wirklich genug über Gossip Girl geschrieben. Ich bin sehr gespannt auf die Fortsetzung, wie ihr wohl unschwer bemerkt habt. Was denkt ihr so? Und freut ihr euch oder findet ihr es doof, dass es eine Fortsetzung gibt? Ich freu mich auf eure Gedanken!

(Und am Ende heißt es diesmal obviously nicht xx sondern,)

xoxo anna

Quellen: